Hinfallen, Aufstehen, Krone richten und neu beginnen: Vergebung

 

„Eigentlich geht es mir ziemlich gut. Eigentlich gibt es nichts, worüber ich mich beklagen könnte. Ja, eigentlich bin ich zufrieden mit meinem Leben. Es ist perfekt.“

 

Das denke ich mir immer wieder. Ja, es geht mir gut und das Leben ist schön. Ich lebe in einem schönen Land, habe eine großartige Familie und gute Freunde. Aber warum hüpfe ich dann nicht jeden (oder zumindest fast jeden) Tag voller Freude und Jubel durch den Tag? Warum ist trotzdem nicht jeder Tag Sonnenschein und das Lachen entschlüpft mir immer von selbst?

 

Ich glaube, weil das, was nach außen hin perfekt scheint, innen nicht unbedingt perfekt ist. Und dann muss ich mir auch ehrlich eingestehen, dass es mir eben nicht immer gut geht, dass andere zu mir nicht immer gut sind und ich zu anderen auch nicht. Manchmal bin ich auch zu mir selbst nicht gut.

 

Im Großen und Ganzen zufrieden zu sein ist OKAY - mehr auch nicht. Es ist verständlich, dass ich im totalen Stress zu meiner Schwester nicht freundlich bin. Es ist nachvollziehbar, dass ich mich mit einem Anflug von Neid mit meiner Freundin vergleiche.

Aber es ist nur okay, und das reicht für mich nicht. Ich will keine Mittelmäßigkeit, sondern MEHR im Leben und das bedeutet nicht nur so zu handeln wie es alle tun, oder wie es menschlich verständlich ist. Für mich bedeutet es einzugestehen, dass ich Fehler habe, dass ich Vergebung brauche, und dass auch andere meine Vergebung brauchen.

 

„Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal siebenmal.“ (Mt 18,21f).

Die Worte Jesu bedeuten hier wohl soviel wie: Vergib immer!

Das ist ein großer Anspruch. Immer den Anderen zu vergeben, und noch schwieriger: Immer sich SELBST zu vergeben! Aber es ist ein Weg zu einem Leben nach MEHR.

 

Hinter diesen Worten steckt für mich aber auch die große Gewissheit, dass da Einer ist, der uns immer vergibt. Vor allem dann, wenn wir es selbst nicht mehr können. Dann, wenn wir wieder mal mit unseren guten Vorsätzen gescheitert sind.

 

Hinfallen, Aufstehen, Krone richten und neu beginnen: dazu hilft mir Gott durch das Sakrament der Beichte immer wieder. Ich wünsche dir, dass du das in dieser Fastenzeit ebenfalls erfahren kannst!

 

~ Daniela     (07.04.2019)